Umsiedlertreffen 2021

Umsiedlertreffen in Schielehen/Halsbach mit 10 Teilnehmern
Eva Ernstberger bringt die neuen Aufsteller mit den Wespen- und Hornissen-Infos mit
Es wurde ein reger Erfahrungsaustausch mit vielen Neu-Informationen. Rechts der Gast-Umsiedler aus dem Landkreis Traunstein, Manfred Bernauer.

 

 

Hornissen im Umweltgarten Wiesmühl

Hornissennest in Neuötting im Rollokasten
Hornissenumsiedler Claus Wittmann steckt die Waben auf
Als erste Nahrung bekommen sie Futterteig und Wasser
Walter Gründl zieht den Schieber. Nun können die Hornissen vom unteren Fangkasten in den Umsiedlungskasten mit den Waben.

Wespen jetzt verhindern

Was kann man vorbeugend gegen unerwünschte Wespeneinnistung unternehmen

(Informationen vom Wespenberater Norbert Häring)

Viele Leute empfinden alle heimischen Wespen als lästige Insekten, obwohl für uns Menschen nur zwei der bekannten Arten im Spätsommer zu einer Plage werden: Dann nämlich, wenn die „Deutsche Wespe“ und die „Gemeine Wespe“ an unsere Speisen und Getränke wollen, die wir gerne im Freien oder auch in zugänglichen Innenräumen genießen wollen.

Alle anderen Arten leisten für uns und die Natur wertvolle Dienste. Dazu gehört auch die größte Wespenart: die mittlerweile besonders geschützte Hornisse.

Die Feldwespe ist eine sehr friedliche Art und gut an ihren roten Fühlern und Beinen zu erkennen, sogar ihre Flügel sind leicht rötlich. Man findet sie derzeit häufig im Garten, wo sie ihre Nester ohne Außenhülle bauen und besonders gerne Gewächshäuser auswählen oder den Schutz unter Dachschindeln suchen. Die Königin der Feldwespen hat überwintert und jetzt schon eine kleine Wabe gebaut, in der sie die Brut an kälteren Tagen wärmt. Wer diese Art im Flug beobachtet, sieht ihre dabei auffällig herabhängenden Hinterbeine. Wer ihr beim Tanken zusieht, bemerkt, dass sie „auf der Wasseroberfläche stehen“ kann. Die Bestäubungsleistung der Feldwespe ist bemerkenswert und darüberhinaus wurde sie als einer der ersten Fressfeinde beim Verzehr der ungeliebten Buchsbaumzünslerraupen beobachtet.

Die „Sächsische Wespe“ gehört zu den Langkopfwespen und hat eine kurze Lebenserwartung. Ihr graues Nest kann durchaus so groß wie ein Fußball werden und sie baut es im Freien oder geschützt in Schuppen und auf Dachböden. Auch sie ist eine friedfertige Art und ignoriert gemeinhin süße Lebensmittel.

Momentan suchen die Königinnen der „Deutschen Wespe“ – und der „Gemeinen Wespe“ noch nach Nistplätzen. Der Volksmund bezeichnet sie als Erdwespen, da sie nah am Boden fliegend nach ausgedienten Mäuselöchern oder sonstigen Hohlräumen Ausschau halten. Sie gehören zu den Kurzkopfwespen, haben eine relativ hohe Lebenserwartung, sind Dunkelbrüter und weichen deshalb auch gerne auf den Dachboden oder in Rollokästen aus. Bei einer Volksstärke von bis zu 10.000 Tieren können sie sehr lästig werden, zumal sie eine Vorliebe sowohl für Fleisch wie auch für Nektar und Süßes haben. Mit dem Fleisch füttern sie ihre Brut und für sich selber tanken sie kohlehydrathaltige Baum-,  Pflanzen- und Obstsäfte als Flugbenzin. Hier können wir Menschen Folgendes gegen die unerwünschte Einnistung in unserer Nähe unternehmen: Bemerken wir die ersten suchenden Flugversuche an Rollokästen oder ähnlichen Orten, so hilft das sofortige Verteilen einiger Wattebausche mit ätherischen Ölen (ein paar Tropfen Nelkenöl oder Ähnliches). Haben diese zwei Arten jedoch bereits mit dem Nestbau begonnen, ist diese Maßnahme unwirksam: zu groß wäre der Energieaufwand für einen Neubeginn und die Wespe überwindet ihre Abneigung gegen die ätherischen Gerüche.

Etwas später im Jahreslauf beginnen die Hornissen mit ihrem Nestbau und auch hier wirkt das unmittelbare Anbringen eines Insektengitters oder das großzügige Platzieren von Wattebauschen mit Nelkenöl. Hat man den Zeitpunkt übersehen oder bleibt die Maßnahme wirkungslos, so kontaktieren Sie einen der ehrenamtlichen Wespenberater im Landkreis. Er erkennt die Art und weiß eine Lösung durch Verhaltensmaßnahmen, Umlenkung der Flugbahn oder Ähnliches. Am liebsten sind uns Beratern aber diejenigen „Kunden“, bei denen diese Nützlinge einfach bleiben dürfen. Der langjährige Wespenberater Toni Koppelbauer hatte den Spruch: „Du kannst ins Geschäft gehen und dir alles kaufen. – Die Wespen aber nicht. Drum holen sie es sich halt“.

Beratung finden sie im Landratsamt unter Tel. 08671 502758

Die Wespenberaterliste für den Landkreis Altötting im Internet: https://www.lra-aoe.de  Suche: Wespen.